Bei Variante 1 sollen Schüler ausgehend von Aufgaben aus dem Lehrbuch oder Fragen, die sich Lehrer überlegt haben, die gewünschten Lösungen und Antworten herausfinden. Aufträge werden Schritt für Schritt abgearbeitet. Vorgestellte Lösungswege werden an weiteren Beispielen wiederholt und eingeübt ...

Dieses traditionelle Verfahren ist in vielen Unterrichts- und Lernsituationen sinnvoll. Lehrer zeigen Lösungswege auf, leiten an, erklären ...

Das Verfahren ist es aber zu oft zum gängigen Muster geworden und hat sich verselbständigt, manchmal auch nicht sofort erkennbar.

Beispiele?

Liebe Eltern, liebe Schüler, ...

Auch bei Variante 2 können Lehrervortrag und das Vorgeben von Tätigkeiten zentrales methodisches Mittel sein - allerdings neben anderen Lernformen und zeitlich begrenzt.

Auf ein Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen ausgerichtet finden die Schüler im Unterricht so etwas wie Basisaufgaben, einen Aufgabenkern und verschiedene Materialien vor. Sie können auf Zwischenmaterialien zurückgreifen, um Lernerprobleme und schwierige Lernstellen zu bearbeiten. Diese Hilfe-,Tipp-, Kontrollblätter nutzen sie je nach Bedarf und für ihren eigenen Lernprozess. Dabei materialisieren die Schüler Arbeitsergebnisse, z. B. auf A4-Blättern, im Gespräch. Die Individualisierung des Lernens findet einen konkreten Ort, hier setzen die Schüler-Schüler und die Schüler-Lehrer-Kooperation an. Jederzeit können die Lehrer von der Einzelarbeit zur Gruppenarbeit und zum Unterrichtsgespräch oder zum Vortrag wechseln. Elementarmethoden des Lernens in allen Fächern werden eingeübt und gepflegt, verstetigt, korrigiert - Lesen als Einblick, Lesen als Analyse, Texte verkürzen, anreichern.
Um eine Aufgabenkultur zu definieren, ist es hilfreich, zwei Varianten pointiert zu unterscheiden,
wie Schüler im Unterricht mit Aufgaben umgehen sollen und können.
Bei Variante 1 sind sie durch die Art der Aufgabenstellung dazu aufgefordert, ein
Lehrbuchwissen oder vom Lehrer aufbereiteten Lehrstoff nachvollziehen.
Bei Variante 2 sind Aufgaben der Ausgangspunkt dazu, dass die Schüler einen Lernprozess tendenziell selbst gestalten und Lehrer diesen Prozess unterstützen und begleiten.
Die hier in der Website veröffentlichten Beispiele für Aufgaben mit ausgewiesener Orientierung auf das Eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen, sind erst bei der Entwicklung des Konzeptes entstanden. Sie werden immer wieder neu überprüft. Es geht dabei mehr als um ein Erproben im Unterricht, das Weiterentwickeln in der Schüler-Lehrer-Kooperation wird zur interessanten und die Lernprozesse erschließenden Tätigkeit.
Entsprechend haben viele Kolleginnen und Kollegen und auch die Schülerinnen und Schüler entschieden daran mitgewirkt, neue und geeignetere Aufgaben und Aufträge zu finden, die Hilfe- und Tippblätter sowie Kontrolllisten immer wieder zu überarbeiten und weitere, vielleicht auch noch sehr geeignete Rohmaterialien auszuwählen und zu überprüfen.

Ein konkretes und leicht verständliches Beispiel? Biene-Blüte-Befruchtung und mehr?


Eine umfangreiche, mehrfach weiterentwickelte "Unterrichtseinheit"? Weltmacht USA!
Aufgabenkultur - der Begriffsrahmen
Aufgabenkultur
Beispiele
Die Aufgabenkultur, die wir in den letzten Jahren entwickelt haben und die wir weiter ausbauen,
ist ein Kernstück unserer Entwicklungsarbeit und passt bestens zur PISA-Diskussion.
Zentrale Impulse kamen aus der Mitwirkung in Modellversuchen und Projekten: TIMSS/SINUS,
Bildung für eine nachhaltige Erziehung, Lernnetzwerk, Neue Lernwelten.

Der Bereich Aufgabenkultur innerhalb des Intranets bietet einen breiten Raum für die weitere schulinterne Diskussion und gewährt auch theoriegeleitete Einblicke in unsere Schulreform:
- unter "das Konzept" sind didaktischer Hintergrund und Entwicklungsprozesse dargelegt,
- mehrere Basisbeispiele veranschaulichen unser Verständnis von Eigenverantwortlichem
..Arbeiten und Lernen in mehrfach erprobten und teilweise fachübergreifenden Einheiten,
- das Kapitel "Forschen", tja, schauen Sie mal hinein, "klein aber fein" ist der Anspruch.
Bei allen Einheiten spielen alte und neue Medien eine große Rolle, einige Einheiten sind im
Bereich Fachaufgaben abgelegt, an der Farbkennung "pitrol" in der Navigation zu erkennen.
Kernstück ...

So sind Ausfüllblätter oft darauf angelegt, dass die Schüler die auf einem A4-Blatt bereits vollzogene Aufbereitung des Lehrstoffs durch Lesen und "Sprechen darüber" lediglich nachvollziehen oder sich über das Ausfüllen einzelner Zeilen oder Lücken in die gegebene Logik hineindenken sollen.
Zu diesem Muster des Vordenkens und Nachdenkens kommt oft noch hinzu, dass Lehrer sagen, welche Seite die Schüler aufschlagen sollen, wo sie im Text etwas finden, wie sie etwas formulieren sollen, dass Lehrer Ein-Wort-Sätze als Antwort akzeptieren, die Jugendlichen aus dem holprigen Vorlesen entlassen, im Großgruppengespräch die einzelne Schülerredezeit minimieren.
In der gleichen Logik kommt dieser Unterricht weitgehend ohne ein Mitschreiben, das Notizen machen oder die Stichwortliste aus. Die für das eigene Denken so wichtigen eigenen Materialisierungen und die für die individuelle Lernberatung so zentralen auf dem A4-Blatt sichtbaren Zwischenergebnisse im Lernen kommen erst gar nicht zum Vorschein - als zentrales Unterrichtsmittel, als z. B. gedankliches Vorbereiten auf Antworten, Darlegungen, Auswertungen.

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