Elke Krause, 15 Jahre

Sie waren ja zuerst von Deutschland, also von Peine bei Braunschweig aus mit Ihrer Familie nach Polen, nach Lodz geflohen. Und zwei Jahre später mussten Sie schon wieder weg. Jetzt sollten Sie allein mit Ihrem Bruder weiter Richtung Minsk in der Sowjetunion fliehen, also ohne die Eltern.
Wie haben Sie sich da gefühlt, die Familienangehörigen so zurück zu lassen?
Warum flohen Ihre Eltern eigentlich nicht mit?

Als Sie in Russland, in Grodno lebten, kamen plötzlich die deutschen Soldaten. Sie wurden gefangen genommen. Und da mussten sich alle in einer Reihe aufstellen vor den Soldaten. Einer hat dann entschieden, wer nach rechts und wer nach links gehen soll. Die eine Seite bedeutete das Erschießen. Alle Juden mussten auf diese Seite. Und zuerst hatten die Gefangenen die Papiere vorzuzeigen, die Sie ja gerade mit dem Stiefelabsatz in einer Erdkuhle versteckt hatten.
Sind Sie da nicht in Panik geraten, so vor dem Soldaten, als der die Papiere sehen wollte?
Wenn jemand das Verstecken bemerkt hätte? Wenn Sie jemand verraten hätte?



Christian Wittig, 14 Jahre

Vielen Dank, dass Sie hier für uns so ausführlich und spannend aus ihrer Jugendzeit berichtet haben. Ich finde das Klasse!

Meine Frage:
Sie haben anfangs ganz normal als Jude gelebt und dann auf einmal hat sich Ihr ganzes Leben durch den Krieg verändert. Sie gaben sich als „Volksdeutscher“ aus, um zu überleben. Und alle hielten sie dafür. Außerdem kämpften Sie dann auch noch an der Seite ihrer Feinde gegen die russischen Soldaten.
Wie konnten Sie es aushalten, in zwei verschiedene Rollen zu schlüpfen, einmal als Jude Sally und einmal als der Volksdeutsche Jupp?



Asad Abdulhawe, 14 Jahre

Sehr geehrter Herr Perel, ich komme aus Somalia, ich bin Moslem.
In Somalia herrscht Krieg, schon seit fast 50 Jahren. Ich finde es nicht richtig, dass auf der Welt so viel Krieg herrscht. Daher möchte ich gerne von Ihnen wissen, wie sie den Krieg Israels gegen die Palästinenser finden.



Pascal Neufogt, 16 Jahre

Herr Perel, als Sie in Braunschweig in der Hitlerschule Rassekundeunterricht hatten und der Lehrer an Ihnen als Jude das Beispiel eines arischen Deutschen erklärte, wie haben sie sich da gefühlt?

Wie haben Sie mit Ihrem Bruder die ersten Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verbracht, ohne Familie, ohne Wohnung, ohne Heimat?



Pinar Bafra, 13 Jahre

Vielen Dank, dass Sie für uns so ausführlich und sehr spannend aus Ihrer Jugendzeit erzählt haben.

Meine Frage:
Sie haben uns Erlebnisse aus Ihrer Zeit als Kleinkind und Jugendlicher geschildert. Den Film haben wir alle gesehen. Es wundert mich nun aber doch, wie es kommt, dass Sie sich so genau an Ihre Kindheit erinnern und auch heute noch wissen, was mit Ihnen als Baby passierte. Also, meine Mitschüler können sich eigentlich nicht mehr an die Zeit als Baby erinnern.



Suleymann, 15 Jahre

Meine Eltern sind zusammen mit meinen Geschwistern und mir 1995 aus Afghanistan geflohen. Ich bin dort geboren, 1991. In meine Heimatstadt können wir immer noch nicht zurück. Ich habe mich auf eine längere Zeit hier in Deutschland eingestellt, vielleicht auch für immer!

Meine Frage:
Nach all den Entbehrungen und Wirren in der Kriegszeit, die Sie als Jugendlicher erlebten, wie haben Sie da überhaupt noch Lebensmut für die Zeit nach 1945 entwickeln können?

Was ist eigentlich aus Ihrem Bruder geworden?

Sally Perel, Ich war Hitlerjunge Salomon

Fragen von Schülerinnen und Schülern nach Bericht und Lesung

Vorlesung Mai 2006