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Kleine Forstfelder Zeitung,
Artikel, April 2008
„Also, diese Einrichtung ist beispielhaft und für viele hessische Schulen ein Modell.“

Über eine solche Beurteilung aus dem Mund einer Besuchergruppe aus Kassel oder über ähnliche Äußerungen von Besuchern aus dem Landkreis oder von einer Mutter aus dem Stadtteil Forstfeld freut sich die Eichendorff-Schule sehr. Schließlich haben hier Lehrer umsichtig und zusammen mit den Schülern ein neues, vorbildliches Konzept entwickelt.


Was ist denn nun eine Lerninsel?

In der Lerninsel können sich Kinder und Jugendliche am Vormittag in einem freundlich eingerichteten Raum auch einmal zurückziehen und in auffälliger Ruhe intensiv arbeiten und lernen. „Das war spitze, was ich da in 20 Minuten alles habe schaffen können!“ Solche Kommentare hören die Klassenlehrer aus den Jahrgängen 5 und 6 in letzter Zeit recht oft.

Viele Eltern von Kindern aus den Klassen 3 bis 6 kennen das. Im Unterricht fällt es einigen Schülerinnen und Schülern schwer, sich länger zu konzentrieren und aufmerksam zu lernen.

Zugleich lassen sie sich schnell von Mitschülern ablenken, sie reagieren mit Aufstehen, Herumgehen, Ärgern, Schimpfen. „Was tun?“, fragten sich die Lehrerinnen und Lehrer. Unterricht geht vor, selbstverständlich.  Aber können wir den Kindern mit solchen Verhaltensweisen nicht auch einmal die Möglichkeit geben, von sich aus schwierige Situationen zu meistern, also in Eigenverantwortung zu Lösungen beizutragen?

Eine Lösung sieht z. B. so aus: In Absprache mit den Lehren (im wöchentlichen Klassenrat zuvor verhandelt) geben einige Kinder z. B. nur mit den Augen das Signal, dass sie jetzt besser in die Lerninsel gehen, mit Arbeitsunterlagen und Auftrag, und dort „ganz bestimmt“ sehr intensiv lernen werden, ohne Ablenkung, ohne Stress.

„Das funktioniert besser als zunächst gedacht“, berichtet Andre Schnegelsberg, der Förderstufenleiter. „Manchmal“, ergänzt er, „fordern wir aber auch von uns aus die Kinder auf, mit einer Aufgabe in die Lerninsel zu gehen und sich bereits auf dem Weg dorthin zu beruhigen“. Einen in der Stunde entstandenen Streit gilt es dann später und unbedingt außerhalb des Unterrichtsraums und der Unterrichtszeit zu klären. Entweder bei Vermittlung durch Lehrer oder besser durch die Schüler selbst, z. B. durch die Klassensprecher oder durch Unterstützung von Streitschlichtern aus den Jahrgängen 8 – 10. 


In der Lerninsel geschieht aber noch viel mehr.

In den ockerfarben gestrichenen Raum mit den vielen Palmen und neuen Tischen gehen auch diejenigen Kinder aus den Klassen 5 und 6, die kleine Lern- und Trainingseinheiten an den Laptops erledigen, das muss täglich geschehen, für circa 20 Minuten. Der Lernerfolg gibt uns recht. Da haben einige Kinder bereits nach drei Wochen Training eine Klassenarbeit zwei Noten besser geschrieben. Auch das Bearbeiten der Lerneinheiten erledigen die Kinder meistens ganz allein, abgesprochen mit den Lehrern für Deutsch, Englisch oder Mathematik.


Warum klappt das alles so gut?

In der Lerninsel arbeiten Lehrer und eine Sozialpädagogin, die diese Einrichtung leitet. Das durften wir so regeln, weil wir die Gesamtschule als Ganztagsschule den ganzen Tag eingerichtet haben. Schauen Sie sich den Tagesablauf der Kinder einmal anhand eines Stundenplans an, unser Rhythmisierungskonzept findet viel Anerkennung bei hessischen Schulen und selbstverständlich bei den Kindern, Jugendlichen und Eltern. Da gibt es die Frühstückspause und die Lernpraktika in Kleingruppen, die bei sieben Stunden Unterricht in den Tagesablauf eingebaut sind, weiterhin den Kompetenztag.

Aber darüber berichten wir besser in einer eigenen Mitteilung.

Wer sich schon jetzt informieren will, kann das über die Website der Schule jederzeit tun, unter www.jves.de finden Sie ausführliche Informationen.

Oder noch besser, schauen Sie einfach einmal vorbei!

Jürgen Fischer, April 2008

Neues aus der JvES - Die Lerninsel