Kurzportrait der Schule

mit Hintergrundinformationen zum Antrag
Eckdaten zur Schulentwicklung

Ganztagsangebote, Öffnung, Netzwerke

Entwicklungsbausteine und Bildungsschwerpunkte

Eckdaten zur Schulentwicklung

Die Joseph-von-Eichendorff-Schule ist eine kooperative (schulformbezogene) Gesamtschule mit Ganztagsangeboten.

Sie besteht seit 1976 und ist eine lebendige Schule (mit einer multikulturell zusammengesetzten Schülerschaft), die – trotz ihrer noch jungen Tradition – auf eine erfolgreiche und nachhaltige pädagogische Arbeit sowie kontinuierliche Aufbau- und Entwicklungsarbeit zurückblicken kann.

Die Joseph-von-Eichendorff-Schule liegt im Stadtteil Bettenhausen (im Kasseler Osten), der durch industrielle Ansiedlungen geprägt ist. Der gesamte Schuleinzugsbereich wird sowohl als Gewerbe-, Industrie- aber auch als Wohngebiet genutzt. Die Wohnqualität ist relativ gering einzuschätzen; es überwiegt sozialer Wohnungsbau mit wenig Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Ausnahmen bilden die Stadtbezirke Eichwald und Lindenberg mit weitgehend aufgelockerter Bebauung sowie der alte „Ortskern“ mit seinen restaurierten Fachwerkhäusern und einem neuen Wohnprojekt für „Junge Familien“. Neben einem Anteil deutscher Schülerinnen und Schüler aus „Problemfamilien“ hat die Schule mit etwa 25 % eine bedeutende Anzahl ausländischer Schülerinnen und Schüler.

Mit der Umwandlung der damals eigenständigen Realschule in eine kooperative Gesamtschule wurde ein bedeutsamer Prozess zur Verbesserung des Bildungsangebotes im Kasseler Osten eingeleitet: sie umfasst die Jahrgangsstufen 5 – 10 und stellt für die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils ein vollständiges Schul- und Bildungsangebot zur Verfügung. Nach der Förderstufe (Klassen 5 und 6) gibt es bis zur Klasse 10 alle Schulformen als Schulzweige „unter einem Dach“ (Hauptschule, Realschule und Gymnasium). Somit können am Ende der Klasse 9 bzw. 10 alle Abschlüsse und Eignungen für Übergang in weiterführende Schule erworben werden.

Das Fremdsprachenangebot bzw. die Fremdsprachenfolge an der Joseph-von-Eichendorff-Schule umfasst: Englisch (ab Klasse 5), Französisch (ab Klasse 7/ab Klasse 5 als Wahlkurs auf freiwilliger Basis) und Latein (ab Klasse 9).

Unser Schulprogramm ist das Ergebnis einer schon längeren Entwicklungsarbeit und beschreibt – ausgehend von gemeinsamen Leitlinien – den Rahmen unserer pädagogischen Arbeit und die inhaltlichen Schwerpunkte für den Unterricht, die Erziehung, Beratung und Betreuung.

Die obersten Grundsätze dieser pädagogischen Konzeption zeigen sich in den erzieherischen Bemühungen und Anstrengungen um eine kinder- und jugendgerechte Schulatmosphäre, in der man sich wohl fühlt und die zum Lernen motiviert; ebenso an den in die Zukunft gerichteten neuen Lernformen und –verfahren – verbunden mit einer sich verändernden Lehrerrolle –, die einen kritischen und kreativen Umgang mit neuen Medien und deren Nutzung einschließen (integrative Medienerziehung). Dazu gehört auch die Qualifizierung der Schülerinnen und Schüler für die berufliche Lebenswelt sowie das Wissen und Verständnis für einen verantwortungsvollen und sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Entwicklung einer ökologischen Alltagskultur (als Teil einer „neuen Lernkultur“).

Ganztagsangebote, Öffnung, Netzwerke

Als Ganztagsangebotsschule bieten wir unseren Schülerinnen und Schüler über den Unterricht hinaus eine Cafeteria, den betreuten Mittagstisch (Mensa), eine Schulbibliothek, den ökologischen Schulgarten, die Betreuung durch Schulsozialarbeit und Hausaufgabenhilfe, aber auch weitere attraktive Möglichkeiten, wie die Nutzung des Schulgeländes bzw. Außengelände der Schule als Freizeit-, Sport- und Spielfläche.

Mit den Grundschulen und den Schulen für Lernhilfe im Stadtteil sowie den Gesamtschulen im Kasseler Osten und in den Umlandgemeinden einer zugeordneten Gymnasialen Oberstufenschule bestehen Schulverbünde, mit denen es inhaltliche Absprachen und Lehrerabordnungen gibt, um die Übergänge zwischen den Schulen bzw. Schulformen zu erleichtern.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit war von Beginn an die Öffnung unserer Schule in und für den Stadtteil. Diese Vernetzung ist mit dem Ziel verbunden, den Stadtteil auf vielfältige Weise in das schulische Lernen mit einzubeziehen, d.h. eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden, Betrieben und verschiedenen Organisationen anzustreben, ebenso mit dem Stadtteilzentrum, den Jugendhäusern und Jugendhilfeeinrichtungen.

Darüber hinaus haben wir den Anspruch, unsere Schule als kulturelles Zentrum und Veranstaltungsort für den Stadtteil auf- und auszubauen. So öffnen wir unsere Schule beispielsweise durch die inzwischen regelmäßigen Kunstausstellungen in der schuleigenen Galerie 108 für die außerschulische Öffentlichkeit des Stadtteils, aber auch für die gesamte Stadt und die Umlandregion. Darüber hinaus streben wir an, unsere Schulbibliothek für den Stadtteil zu öffnen (Ziel ist, den Status einer Stadtteilbibliothek zu erlangen).

Die überregionale und auch internationale Anerkennung der pädagogischen Arbeit unserer Schule wird beispielsweise darin deutlich, dass wir koordinierende Schule im bundesweiten „Netzwerk innovativer Schulen“ der Carl-Bertelsmann-Stiftung (Gütersloh) sind, als Pilotschule besondere Unterrichtsformen und –methoden für den naturwissenschaftlichen Unterricht entwickeln und anderen Schulen zugänglich machen (TIMSS/SINUS) oder in einem EU-Pilotprojekt Kriterien für die „Qualität von Schule und Unterricht“ im europaweiten Vergleich anwenden und erproben (Qualitätsentwicklung und –sicherung/Evaluation). Für die ökologische Arbeit an unserer Schule sind wir seit 1999 jährlich mit dem Prädikat „Umweltschule in Europa – Hessen“ ausgezeichnet worden (eine Auszeichnung, die die „Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e. V.“ jährlich für besonderes Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulumwelt). Dies gilt auch für den Wettbewerb „Fahrradfreundliche Schule“ (ein Prädikat, das uns vom Hessischen Kultusministerium, der Landesverkehrswacht Hessen und anderen beteiligten Institutionen seit 2001 verliehen wurde).
Unser „Waggon-Projekt – Der Waggon als Pausenraum“ wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend übernimmt Verantwortung“ (Stiftung „Brandenburger Tor“ der Bankgesellschaft Berlin) bundesweit mit dem 3. Platz in Berlin ausgezeichnet (Übergabe des Preises u. a. durch den ehemaligen Bundespräsidenten, Roman Herzog, im Juni 2002 // der damalige Kasseler Schuldezernent, Thomas-Erik Junge, überreichten den beteiligten Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften anlässlich dieser Auszeichnung einen Gutschein als Anerkennung für die Arbeit im „Waggon“, August 2002).
Das Projekt „Toi, Toi, Toi – Erneuerung der Schultoiletten“ wurde – ebenfalls durch die Stiftung „Brandenburger Tor“ – bundesweit mit dem 2. Platz in Berlin ausgezeichnet (Juni 2003). Auch die Deutsche Bahn AG zeichnete dieses „Toilettenprojekt“ im Rahmen des Wettbewerbs „So mobil ist Schule“ bundesweit mit dem 2. Platz in Köln aus (Juni 2004).

Entwicklungsbausteine und Bildungsscherpunkte

Selbstständigkeit bzw. Selbsttätigkeit und Teamarbeit stehen im Mittelpunkt zahlreicher Unterrichtsvorhaben und -projekte. Diese Ziele schulischen Lernens und die damit verbundenen Fähigkeiten anzubahnen, zu praktizieren und zu fördern, sind für uns wichtige Vorbereitung für Schülerinnen und Schüler für die Arbeits- und Berufswelt sowie weiterführende Bildungsgänge.

Die folgenden Entwicklungsbausteine und Bildungsschwerpunkte (Modellversuche) sind Ergebnisse unserer konkreten Schulreformarbeit der letzten zehn Jahre (sie werden gegenwärtig in einigen Transferprojekten weitergeführt). Sie sind vielfach in Netzwerke eingebunden, haben Eingang in unsere pädagogische Arbeit gefunden und werden in der Unterrichtsarbeit konkret umgesetzt bzw. erprobt. Sie zeigen skizzenhaft künftige Entwicklungslinien und verdeutlichen den Wandel von Lern- und Arbeitsformen in den letzten Jahren:

 Ökologisch orientierte Schule (1995 - 1999)/Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BLK 21, 1999 - 2004)/Transferprojekt (ab 2004)/Urban II (Europa-Projekt)

 TIMSS (Pilotschule für die Entwicklung von neuen Unterrichtskonzepten der Naturwissenschaften 1998 - 2003)/SINUS (Qualitätsinitiative - Gute Unterrichts-Praxis Naturwissenschaften)

 Netzwerk innovativer Schulen der Bertelsmann-Stiftung (1998 - 2003, koordinierende Schule; Themenschwerpunkt „Förderung von Lernkompetenz für Lebenslanges Lernen“/Weiterarbeit im Netzwerk über 2003 hinaus)

 Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen (EVA) - Pädagogische Schulentwicklung, ein Unterstützungsprogramm des HKM für eine systematische Unterrichtsentwicklung (Methodenlernen nach H. Klippert/seit 2002)

 IMMIS und Neue Lernwelten - Entwicklung von Unterrichtskonzepten zur Integration der Neuen Medien in den Fachunterricht; Erprobung von Verfahren zu einer integrierten Qualitätskontrolle (1996 - 2003)

 LaborA = Laboratorium Arbeit, ein EU-Projekt zur beruflichen Bildung von Hauptschülerinnen und -schülern/Entwicklungspartnerschaft mit beruflichen Schulen und Freien Trägern/Qualifizierungsmaßnahmen für Schüler und Lehrer

 Buntstift - Ein alternatives Bildungsangebot für Hauptschüler/-innen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses bei gleichzeitiger praktischer Berufsorientierung (Kooperationsprojekt von jves und Buntstift seit Juni 2004)

Darüber hinaus arbeitet die Joseph-von-Eichendorff-Schule im Ökologieverbund Kassel-Ost und im Netzwerk Regionale Schulentwicklung mit (eine Kooperation reformorientierter Kasseler Gesamtschulen). Wir wissen, dass Reformen bzw. Reformziele und Reformschritte Zeit brauchen, um ihre Wirksamkeit und Nachhaltigkeit entfalten zu können.

Dieses Bildungsangebot langfristig, d. h. für die nächsten Jahre, für den Stadtteil zu sichern und die innere Schulreform sowie die pädagogische Schulentwicklung kontinuierlich fortsetzen zu können, ist wichtigstes Anliegen aller schulischer Gremien. Deshalb wünschen wir uns eine Bestätigung dieser reformorientierten Entwicklungsarbeit durch die Anerkennung als Schule mit besonderen Angeboten und streben den Status als „Club of Rome-Schule“ für die Joseph-von-Eichendorff-Schule an.

Die verantwortlichen Politiker im Stadtteil und im Stadtparlament, den Schulträger, das Staatliche Schulamt und das Hessische Kultusministerium bitten wir um Einverständnis und Unterstützung unserer Bestrebungen, die Club of Rome-Lizenz zu beantragen und damit die Mitgliedschaft im Netzwerk der Club of Rome-Schule zu erwerben.