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Schulversuch - Antrag (Beschluss der GK, 15.05.2005)
Durch Bildung, heißt es im Konzept des Club of Rome, werden Menschen ganz wesentlich dabei unterstützt, zukunftstaugliche Entwicklungen beeinflussen zu können und wertorientiert und verantwortungsbewusst Alternativen zu entwickeln und aktiv mit zu gestalten. Bereits die Wertschätzung von Bildung ist ein entscheidendes Zukunftspotential für jede Gesellschaft. In diesem Sinne bauen wir das Bildungsangebot für unsere Schülerinnen und Schüler aus, zugeschnitten auf den Stadtteil und die Region. Wir wollen mit den anderen 19 CoR-Schulen zu den modernsten Schulen Deutschlands gehören. Wie wir das umzusetzen versuchen, lässt sich in einer zentralen Zielsetzung (1.) und in vier Eckpunkten (2. - 5.) knapp darstellen. Auf einen besonderen Entwicklungsrahmen (6.) sind wir angewiesen. 1. Lernen mit Herz, Hand und Verstand Lernkompetenzen für ein Leben mit dem gesellschaftlichen Wandel Wir nehmen den reformpädagogischen Hintergrund unserer Schullogokonstruktion auf, verknüpfen ihn mit einem Kompetenzansatz, den wir aus unserem ganzheitlichen Verständnis von Schule, Unterricht und Lernen heraus entwickelt haben und starten eine Qualitätsinitiative. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen mit dieser Lernkompetenz Techniken für die effektive und nachhaltige Aneignung von Fachwissen, Werteorientierung und Eigensinn für einen Wissenstransfer und Strategien für das selbständige Bearbeiten komplexer Wissensgebiete entwickeln und diese Kompetenzrichtungen (tendenziell) selbstorganisiert vernetzen. 2. Gemeinsame Gestaltung des Schullebens In unser Zusammenleben und Entwickeln beziehen wir nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch Eltern und Förder- und Freundeskreise ein. Wir wollen so ein demokratisches Handeln durch Beteiligung in Verantwortung aufbauen. Zum Schulleben gehören Umgangsformen (Höflichkeit, Respekt, Freundlichkeit), Feste und Feiern, gepflegte Räume zum gerne darin Arbeiten und intensiv Lernen, Ruhezonen, Austob- und Angebotsbereiche, eine bestens ausgestattete Bibliothek, ein Musikkonzept, das im gesamten Schulalltag eine Rolle spielt, bewegtes Lernen und bewegte Schule, eine Gesundheitsförderung mit Frühstücks- und Mittagessenkonzept, ein Schülertreff sowie von Schülern für Schüler organisierte Angebote und Veranstaltungen. 3. Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen Auf die Eigentätigkeit der Schülerinnen und Schüler, ihr eigenes Wissen und das selbst hergestellte Material (Materialisierung des Denkens) stimmen wir Lehre, Übung, Werkstattunterricht und Vorhaben/Projekte ab. Wir überprüfen Kompetenzen. 4. Raum und Zeit für die individuelle Beratung Wir gestalten die Rhythmisierung von Tag und Woche nach physiologischen Gesichtspunkten und Anforderungen an ein ganzheitliches Lernen. In diese Gestaltung eingebettet finden wir Zeit für die individuelle Beratung: In Beratungsstunden, am Kompetenztag, in Lernpraktika, beim Klausur- und Prüfungstraining. 5. Entwicklungsarbeit mit Reformbausteinen In überschaubaren Bereichen und in kleinen Schritten bauen wir die Schule um und aus: Gemeinsames Musik Hören und Gestalten, Bewegung und Darstellendes Spiel und soziales Lernen sollen das Schulleben prägen; das fachbezogene Lernen richten wir auf Eigentätigkeit, konkreten Nutzen und Nachhaltigkeit aus; praktische Ökologie, Lesen aktiv, Fremdsprachen aktiv sowie eine kritische Medienpraxis sind Bildungsschwerpunkte. In solchen Reformbausteinen ist die Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Eltern auf überschaubare Einheiten bezogen und kann somit auch kurzfristig erfolgen und nur einzelne Ziele betreffen. Reformbausteine lassen eine auf Entwicklung angelegte Erprobung zu. 6. Entwicklungsrahmen Um unsere Schulreform für das Netzwerk der Club of Rome-Schulen auszubauen, sind wir auf einen Entwicklungsrahmen angewiesen. Diesen möchten wir durch einen Schulversuch absichern: 1) Aus der Ganztagsangebotsschule wird eine Ganztagsschule (ab 2006/07). 2) Wir gestalten die Rhythmisierung von Tag und Woche nach physiologischen Gesichtspunkten und Anforderungen an ein ganzheitliches Lernen. 3) Auf der Basis der zugewiesenen Lehrerstunden entwickeln wir auch eigene Zeitberechnungen. 4) Wir richten Lernbereiche ein: Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften, musisch-ästhetische Bildung. 5) Wir führen Lernpraktika ein, die den gleichen Status erhalten wie der Wahlpflichtunterricht. 6) Unser zentraler Reformbaustein ist die individuelle Lernberatung. Um diesen zu entwickeln und zu praktizieren, bilden wir in der Förderstufe Klassen mit bis zu 25 Schülerinnen und Schülern. |
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