Lernkompetenz für ein Leben mit dem gesellschaftlichen Wandel
Die beiden Zeilen verknüpfen jves und CoR:
1. Das Schullogo und seine vier Teile stehen für einen pädagogischen Anspruch, der sich in unserem Lernmodell konkret wiederspiegelt. Logo und Lernmodell markieren unser reformpädagogisches Selbstverständnis, das die Idee der lebenspraktischen Ausrichtung des Lernens (Philantropen, Pestalozzi und bedingt auch Eichendorff) aufnimmt und Ideen aus der Arbeitsschulbewegung (von den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen ausgehen, Werkstattunterricht …) fortführt.
2. Leben mit dem Wandel ist eine zentrale Aussage z.B. im Aufsatz von P. Meyer-Dohm. Dort spricht er von Leben oder Lernen für und mit dem Wandel. Ich möchte diesen Begriff mit dem der Lernkompetenz koppeln, ohne dessen Detaillierung als die Fähigkeit zu einem selbständigen Lernen oder die Fähigkeit zu einem entwicklungsbegleitenden Lernen oder gar zu einem selbstorganisierten Lernen weiter zu verfolgen.
Sinnvoll erscheint mir vielmehr, die Klippert-Begrifflichkeit „Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen“ zu wahren und Lernkompetenz auf das EAL zu beziehen. Das ist pragmatisch motiviert, weil wir damit drei Jahre bestens gearbeitet haben und weil sich unsere Reformen und die Reformbausteine hier sehr gut verorten lassen.
Die inhaltliche Begründung ergibt sich aus unserer Reformarbeit der letzten Jahre:
Der Begriff eigenverantwortlich betont das „in die Verantwortung nehmen“ der Schüler, in der Schüler-Lehrer-Kooperation. Die Kinder und Jugendlichen sollen Vorleistungen in die individuelle Förderung und die spezielle Lernberatung einbringen, durch sichtbare (materialisierte) Ergebnisse. Der Begriff Arbeiten unterstreicht die Assoziation zu Mühe, Anstrengung, Aufwand, Initiative, Produkt, Qualität als Kernanforderungen im pädagogischen Alltag. Mit dem Begriff Lernen verbinden wir gerade in der Kopplung zu Eigenverantwortlich und Arbeiten unser Lernmodell und dem daraus folgenden Konzept, vier Unterrichtsformen zu unterscheiden und auch für sich zu betonen: Lehre, Übung, Werkstatt, Vorhaben/Projekt.
Das Besondere ist aber durchaus, dass wir die jeweils einzelne Unterrichtsform betonen und zugleich die vier im Schulalltag dann vernetzen. Das macht zumindest perspektivisch - die Spezifik unserer Tages- und Wochengestaltung aus, wie sie das Rhythmisierungskonzept vorsieht und noch weitgehender ermöglicht.
So gesehen ließe sich der Titel zwar auch anders formulieren: Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen mit dem gesellschaftlichen Wandel. Dabei würde der Titel aber zu lang (schwerfällig) werden. Außerdem knüpfen wir mit dem Begriff Lernkompetenz in unserem Sinne sehr gut an die aktuellen Diskussionen (Standards) an.
Auf die bildungspolitische Reformperspektive, die in der Forderung Lernkompetenz für ein Leben mit dem gesellschaftlichen Wandel steckt, möchte ich noch kurz eingehen.
Im Kontext einiger Agenda 21 Diskussionen rund um die Begriffe nachhaltige Entwicklung, Kompetenzen, Standards (siehe in der Schulwebsite unter Schulreform konkret) und im Kontext des CoR-Schulen Konzepts (Club of Rome-Schulen) steht die
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Orientierung auf das "mit" außer Frage. Die Zukunft lässt sich immer weniger voraussehen, entsprechend können die Lehrpläne immer weniger sich auf verbindliche, abgesicherte Wissensbestände beziehen allein schon weil wegen der Menge die neuen Wissensbestände nicht einfach zu den alten, in den Lehrplänen etablierten Beständen, als weiterer Lehrstoff, hinzugefügt werden können. Das gilt für jedes Fach.
2. Schlüsselrolle für das Konzept der individuellen Lernberatung
Die Titelfassung soll auch deutlich machen, dass es bei allen Reformen auf ein intensives, ertragreiches Lernen ankommt, ein ganzheitliches Lernen mit Weitsicht und dass wir davon ausgehen, mit den Schülerinnen und Schülern durchaus individuelle Kompetenzprofile entwickeln zu können.
1. Den Schulversuch schneiden wir auf unsere Schule und für die Schüler in erster Linie aus unserem Stadtteil zu. Die Öffnung für andere Schüler passt dazu, weil sie ebenfalls eine ausgewiesene, individuelle Förderung erwarten können, die auf einem Konzept des Forderns und Förderns eingebettet in eine intensive Schüler-Lehrer-Kooperation basiert, also ausgewiesen ist. So gesehen wird die individuelle Lernberatung im Umfeld der Erziehungs- und Lernberatung nicht zufällig so zentral im künftigen Schulprogramm (CoR-Schule) platziert sein und im Gefüge der Reformbausteine die Schlüsselrolle einnehmen.
2. Die individuelle Förderung ist im üblichen Schulalltag nur sehr schwer zu verwirklichen. Wo sollen wir die Zeit hernehmen, in welcher räumlichen Umgebung findet sie statt. Sicher nur unzureichend allein im Klassenraum und während des gängigen Unterrichts. Eine erste Öffnung von Möglichkeiten bietet allein schon die Unterscheidung der vier Unterrichtsformen und die Orientierung darauf, Übungsstunden bzw. einheiten zu planen und das Lernangebot auf verschiedene Schülergruppen zuzuschneiden. Der Werkstattunterricht zielt darauf ab, dass die Schüler zwar im Team aber auf das vereinbarte Produkt bezogen für sich arbeiten. Wir Lehrer wollen sie dabei einzeln beraten und spezifisch unterstützen. Für das relativ freie Bearbeiten von Aufgaben z.B. durch eine langfristig angelegte Aufgabenstellung stehen auch Arbeitsplätze in den Schulstraßen, die neue Bibliothek und die jetzt zwei bestens ausgestatteten PC-Räume zur Verfügung. Es können also verschiedene Arbeits- und Lernräume genutzt werden und eine Lernkonzeption stützen, die auf das intensive Arbeiten allein oder mit Lernpartnern oder in der Kleingruppe setzt.
Eigenverantwortung der Schüler setzt Energien der Lehrer für die Einzelberatung frei.
3. Die Art der Aufgabenstellung für solche Unterrichtsvarianten sollte noch zu einer Schlüsseldiskussion hinführen bzw. gelenkt werden, von der Steuergruppe. Im Regelunterricht und teilweise auch bei der Wochenplanarbeit, sind da nicht viele Aufgaben (Aufgaben oder Aufträge?) noch zu sehr auf das Ausfüllen von A4-Blättern angelegt. Welche Bedeutung hat der Aufgabenkontext? Bedeutet dieser etwas für die Schüler, geht es um Lehrstoff-Durchnehmen oder um Kompetenzen, für die dann Lehrstoff benötigt wird?
(mehr in der Schulwebsite im Seitenindex unter Kompetenzen oder bei Schulreform konkret).
Wie ist die Kopplung zur gemeinsamen Auswertung der einzeln oder paarweise hergestellten Ergebnisse geplant, gebaut - die Kontrolle des Erarbeiteten durch die Schüler selbst und in Form objektivierter Verfahren? Jeweils integriert in das tendenziell Eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen?
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Hier können wir aber wohl bestens an die Klippert-Schulungen anknüpfen. Die praktikable, gemeinsame Organisation der Bespielsammlungen, eine Aufgabendatenbank steht an gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Schülerinnen und Schüler selbständig arbeiten sollen und können. Das Methodentraining wäre hier funktional einzubeziehen. Vielleicht ließen sich Aufgabensysteme entwickeln. In der TIMSS/SINUS Diskussion spielte die Entwicklung von Aufgabenformaten eine wichtige Rolle. Da haben wir ja schließlich mitgemacht, also einer von zahlreichen Reformbausteinen, den wir uns selbst geschaffen haben.
4. Lernkompetenz für ein Leben mit dem gesellschaftlichen Wandel ist eine individuelle Fähigkeit, aber eingebunden in ein Ganzes. In der Schule ein solches Ganzes abzubilden, bearbeitbar, beeinflussbar zu machen, dieses Ganze aufzuschalten zum größeren Ganzen das alles steckt im Kompetenzgedanken.
Wie kann es uns zwar in bescheidenem Maße aber ideell doch durchaus nachhaltig gelingen, die Entwicklung individueller Fähigkeiten auf das Ganze des Stadtteils zu beziehen, der Region, Deutschlands und der Welt, auf das Ganze von Ökologie und Ökonomie, auf die Zukunft der Menschheit?
Unsere Schulprojekte (Galerie 108, Schulgestaltung, Schüler für Schüler aus dem Waggon) sind darauf angelegt. Die Schulpartnerschaft mit Frankreich, die partnerschaftlichen Kontakte demnächst zu Schulen in England, Ungarn und die Kontakte mit Schulen in Afrika (Burkina Faso und …) stellen die Weltsicht konkret fassbar und persönlich her.
Zukunftsorientierung setzt demokratisches Handeln im eigenen Bereich voraus, das soll sich bei uns in einer demokratischen Verantwortungsteilung wieder spiegeln, in der intensiven institutionell abgesicherten Beteiligung der Schüler an Entwicklungsprozessen, in einer auf Partizipation angelegten kooperativen Führung der Schule.
5. Das Schulklima spielt eine entscheidende Rolle.
Äußere Bedingungen für das Wohlfühlen. Die einzelnen Räume, der Umgang mit der Zeit, welche Raumbereiche sind vorhanden, wie aufeinander abgestimmt, die Rhythmisierung des Tages- und Wochenablaufs.
Gradmesser: Wie werden Gäste begrüßt. Wie ist die Atmosphäre im Eingangsbereich, welche Rückzugsmöglichkeiten bestehen,
Ruhe
Gemeinschaftsräume: die Cafeteria ist
Gesundheit, Musik und Bewegung
Arbeitsräume
Viele kleine Schritte, sehr langfristig, weil Veränderungen an Baumaßnahmen gekoppelt sind, für die nicht nur Geld zur Verfügung stehen muss, auch die Gesichtspunkte von Feuerschutz und Hygiene sind im Zweckbau Schule …
6. Nachhaltigkeit
Ökologie und mehr
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3. Wie soll es weitergehen Forderungen (Begriff?)
Reformbausteine
Ansatz
Volle Ganztagsschule sine qua non des Schulversuchs
(Lern)Bereiche und Werkstattunterricht
Raum
Eigenbewirtschaftung und Eigenbetrieb
Evaluation von außen und innen
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