4. Öffentlichkeitsarbeit
Wir haben oben bei der Analyse der Ausgangslage festgestellt:
„Uns ist es aber vor allem im letzten Schuljahr zu wenig gelungen, die Kinder und Eltern zum Besuch der Schule zu bewegen, damit sie vor Ort unsere Ansprüche überprüfen und die Schule von Innen kennen lernen.“
4.1 Voraussetzungen für eine bessere Öffentlichkeitsarbeit
Aus Fehlern lernen. Das letzte Schuljahr war ein schwieriges Schuljahr.
Die Probleme der zunächst fehlenden Personen für Lehraufträge und die Notwendigkeit, wegen dem Wechsel von Lehrauftragslehrern in Planstellen an anderen Schulen den Stundenplan mehrmals grundlegend umstellen zu müssen, sollen nur angedeutet bleiben.
Stärker mit auch negativer Außenwirkung behaftet war, dass zu Schuljahresbeginn 2005/6 wir eine größere Anzahl von schwierigen, verhaltensauffälligen Jungen und Mädchen in den Klassen 5 vorfanden und unsere bewährten Umgangsweisen und Lösungsvarianten nicht mehr funktionierten. So entstanden Situationen, dass in einer Klasse zwei bis fünf „erziehungslose“ Kinder (Kinder, die auf die üblichen Ermahnungen oder Angebote überhaupt nicht eingingen) das solide, intensive Unterrichten und Lernen teilweise für ganze Stunden blockierten. Wir haben im zweiten Schulhalbjahr einen Time-out-Raum eingerichtet, zur Entlastung für die gerade unterrichtenden Lehrer und betreut von Lehrern in deren Freistunden. Andere Lösungen wie eine Pünktlichkeitsinitiative oder die Neuorganisation der Ordnungsdienste für die Klassenräume kamen sehr spät in Gang. Bis zum Frühjahr hatten zahlreiche Kinder über Disziplinprobleme und immer wieder auch freche Umgangsformen von Jungen und Mädchen zu klagen und sicher auch zu Hause zu berichten.
Das hat Eltern dazu bewogen, im Bekannten- und Freundeskreis sich eben nicht für die Eichendorff-Schule auszusprechen. Abmeldungen deshalb hat es aber nicht gegeben. Mit dem Schulelternbeirat ließen sich diese Probleme sehr konstruktiv besprechen.
Die Neuregelungen ab diesem Schuljahr sind schnell umrissen: Das intensive Lernen hat Vorrang, Erziehung schreiben wir groß, die Klassenräume der Förderstufenjahrgänge haben neue Schränke, Regale und Stühle erhalten. Es sollen schöne Räume sein. Die Kinder sollen im Sinne des Montessorieansatzes in einer vorbereiteten, geordneten Umgebung morgens in die Klassen kommen und diese Umgebung den ganzen Tag erhalten.
Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 haben wir einen eigenen Time-out Raum eingerichtet. Studenten, ehemalige Praktikanten, betreuen einzelne Kinder, eng abgestimmt mit dem jeweiligen Jahrgangsteam.
4.2 Die Praxis der Öffentlichkeitsarbeit 2005/6
Wie die Schüleranwahlzahlen und die Abwanderungen belegen, ist es nicht gelungen, durch Elterninformationen vor Ort in den Grundschulen, durch unsere Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Zeitungsartikel in der HNA, Faltblatt, Elternbrief) oder durch unseren Informationstag „Wir zeigen Bildung“ die interessierten Eltern zu überzeugen.
Hinzu kommt, dass wir wohl auch eine Reihe von Eltern gar nicht erst ansprechen konnten. Das mag daran liegen, dass sich viele, wie oben gezeigt, von vornherein für eine andere Schule entschieden hatten. Wir müssen aber auch von einem Vermittlungs- und Angebotsproblem ausgehen.
War unser Tag „Wir zeigen Bildung“ wirklich auf das Informationsbedürfnis der Eltern und Kinder abgestimmt? Haben wir unseren gymnasialen Schwerpunkt verdeutlichen können, haben wir ihn überhaupt herausgestellt? Veranlassen unsere Informationsschriften zu einem Besuch der Schule, zu einem sich Erkundigen?
Haben wir die Gelegenheit gegeben, die hohe Leistungsfähigkeit und Disziplin vieler Kinder aus Afghanistan, dem Irak, aus Somalia, der Türkei festzustellen, bei Präsentationen von Bestleistungen, durch die Besuche dieser Schüler in der alten Grundschule?
Wie haben wir uns im Stadtteil bei den großen Veranstaltungen, bei Festen der Stadtteileinrichtungen beteiligt?
Wie haben wir durch eigene Präsentationsveranstaltungen, durch eigene Feste uns dargestellt, für uns geworben, Besucher angelockt?
4.3 Öffentlichkeitsarbeit in einem Bündel von aufeinander abgestimmten Aktivitäten
Selbstkritik, Abgucken bei den Nachbarschulen und Rat einholen bei Freunden der Schule, aus diesen drei Zugängen haben wir die folgende Aufstellung von Vorhaben entwickelt.
Besuche in der Eichendorff-Schule
- „Wir zeigen Bildung“ mit klaren, strukturierten Informationen zum Schulprofil
- Betonung unseres gymnasialen Schwerpunktes auf den Informationsabenden in den Grundschulen
- Förderstufenfest mit der Einladung an Grundschulklassen
Einladung aller Grundschulklassen in die Eichendorff-Schule
- Schüler aus einer Klasse 8 oder 9 führen die Kinder in Kleingruppen
- gemeinsames Essen in der Mensa
- Besuch der Bibliothek und kleine Vorlesesequenz (Schüler aus der Klasse 6)
- Besuch einer anstrengenden Unterrichtsstunde „die Köpfe rauchen“
Besuch von Elternabenden und gesonderte Informationsveranstaltungen in den Grundschulen (Klassen drei und vier) durch: Schulleitung, Lehrerteam, Lehrer und Schüler
Ehemalige berichten in ihrer alten Grundschule
Teilnahme von Schülergruppen, Klassen der jves an Grundschulveranstaltungen
- Sportfesten
- Festen, Feiern
- bei Aktionen wie …
Spezielle Einladung an die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer in den Grundschulen
- Veranstaltung in der jves
- Informationsgesprächsangebot in der Grundschule
- Film und Bildvortrag So arbeiten wir in den Klassen 5 und 6
- Abstimmung der Unterrichtsarbeit Wir setzen die Arbeit der Grundschulen fort
Schriften
- Allgemeines Faltblatt als Hauswurfsendung für alle Haushalte im Stadtteil
- Faltblatt mit speziellen Informationen über die Förderstufe
- Weitere spezielle Faltblätter und A4-Blätter als Angebot für Zusatzinformationen
Website
- Bestleistungen, das Beste aus der Förderstufe (auch Filme)
- Neustrukturierung (Auslagern von umfassenderen Informationsbereichen,
erster Zugang z. B. zum Programm über klare Seiten mit weniger Text)
- Flyer und Schriften als pdf
Kulturveranstaltungen in die Schule holen
Kleine Ausstellungen oder Informationstafeln und Auslagen in Einrichtungen wie Sparkassen, Banken, Geschäften … organisieren
In der Regionalzeitung (HNA) und in den Stadtteilzeitschriften die Schule und unser Engagement für den Stadtteil dokumentieren
Unsere Veranstaltungen und Aktivitäten über den Newsletter der Kulturfabrik Salzmann veröffentlichen, Beteiligung am Stadtteil-Radioprogramm
Intensive Mitarbeit im Stadtteilarbeitskreis, strukturierte Zusammenarbeit mit den Ortsbeiräten, Präsenz bei und Mitgestaltung von Stadtteilfesten
Das äußere Erscheinungsbild der Schule verbessern
- Schulhof (z. B. keine Scherben), gepflegte Grünanlagen
- Keine rauchenden Schüler
- Ein ansprechenderer Eingangsbereich
Einladung zur Präsentation der besten Prüfungsergebnisse (Jahrgang 9 und 10)
Die Mensa werbewirksam für Besucher öffnen
Die Bibliothek als Bibliothek im Stadtteil bekannt machen
Bei Veranstaltungen im Stadtteil herausragend präsent sein
Lebensläufe erfolgreicher Eichendorff-Schüler dokumentieren, präsentieren
Erfolgreiche Quereinsteiger berichten
Berichte verfassen lassen wie: Was studieren Eichendorff-Schüler,
Stressfreies Studieren Wir haben die Grundlagen gelegt