Schulprofil, August 2008
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Reformpädagogisches Profil
Reformpädagogisches Profil Förderstufe

Kooperative Gesamtschule und Ganztagsschule wohnortnah

Für mehr als 500 Schülerinnen und Schüler mit Förderstufe in den Jahrgängen 5 und 6, für die Jahrgänge 7 – 10 als Hauptschule, Realschule und Gymnasium – alles unter einem Dach.
Im Verbund mit Grundschulen und Förderschulen sind wir die weiterführende Schule im Kasseler Osten - Sekundarstufen I Schule für die Stadtteile Bettenhausen/Eichwald und Forstfeld/Lindenberg.
Zugleich sind wir aber offen für Kinder und Jugendliche aus anderen Stadtteilen und dem Landkreis.

Wir sind also eigentlich eine ganz normale Schule, in der die Kinder und Jugendlichen intensiv lernen, um die für sie besten Abschlüsse und Übergänge in Beruf und Sekundarstufe II zu erwerben.

Wir sind aber mehr, weil wir einige Besonderheiten entwickelt haben und pflegen, die dem einzelnen Kind und Jugendlichen zu gute kommen und die zugleich darauf orientieren, die Welt für sich und die nachfolgenden Generationen positiv zu gestalten. Bildung ist der Schlüssel für das eigene Fortkommen und zugleich für eine nachhaltige und auf die globale Verantwortung abgestimmte Gemeinschaft. Die Idee der globalen Verantwortungsbereitschaft fängt in der Schulpraxis an.

Wir sind eine der 20 Club of Rome-Schulen Deutschlands, die ein Netzwerk gebildet haben, um sich wechselseitig auszutauschen, z. B. über effizientes Lernen, über kooperatives Lernen und projektorientiertes Arbeiten, Möglichkeiten der praktischen Ökologie, über den Aufbau systemischen Denkens, das den Schul- und Unterrichtsalltag durchdringt. Die systemische Betrachtung von Mensch und Natur, von Wirtschaft und Ökologie wollen wir zu zentralen Lerninhalten ausbauen.

Die Schulen im Netzwerk gehen von unterschiedlichsten Bedingungen aus, gerade die Vielfalt der konkreten Reformen und Schwerpunkte verleiht dem Netzwerk eine besondere Dynamik.

Uns zeichnet aus, dass Schülerinnen und Schüler aus vielen Kulturen unter einem Dach gemeinsam und zusammen lernen und leben. Damit verfügen wir über ein reiches Erfahrungs- und Handlungsfeld, um die künftige deutsche Gesellschaft vorzuleben und mit zu entwickeln, in der sich ganz besonders aus den Kulturen heraus neue und stabile Formen des demokratischen Zusammenlebens, der Verständigung auf gemeinsame Werte und der Verantwortung für die eine Welt abzeichnen. Diese Grundhaltung und Wertschätzung bringt Potenziale zu Tage, die sich bei den meisten unserer Schülerinnen und Schüler erst ab der Jahrgangsstufe 7 deutlich abzeichnen und die von uns aufgenommen und erfolgreich zur Geltung gebracht werden. Das Ergebnis lässt sich an vielen guten Bildungsabschlüssen und Berechtigungen ablesen.

Unser Schulleben durchdringen zugleich die neu entwickelte Zeigekultur aus den Musik- und Bewegungsprojekten und (im Aufbau) aus den Praxisfeldern Kunst und Gestaltung sowie die neue Feierkultur mit Darbietungen, bei denen wiederum die Kulturen eine besondere Rolle spielen.

Was brauchen junge Menschen, um ihr Leben erfolgreich zu gestalten? Wie können sich Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Kulturen in der Schulgemeinschaft nachhaltig entwickeln, um dann für sich weiter zu kommen - zugleich aber mit Blick auf Stadtteil, Stadt und Region. Und sie sollen Nachhaltigkeit immer auch im Blick auf die globale Verantwortungsgemeinschaft erreichen.

Unser Schul- und Unterrichtsalltag ist auf diese Leitfragen abgestimmt:
Von vier Eckpunkten aus unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen dabei, ihre Potenziale zu entdecken, zu wecken und zu entwickeln. Diese Eckpunkte haben wir als Club of Rome-Schule frei definieren können. Wir wollen sie zugleich in ihrer Verflechtung entfalten.

1. Wir können unsere Schüler intensiv unterstützen, weil wir besondere Raum- und Zeitstrukturen für die Individualisierung von Lernen, die individuelle Lernberatung, das Interessen und Stärken finden und pflegen geschaffen haben (Kompetenztag, Lernpraktika, Lerninsel, Verfahren der Diagnose, in die die Kinder und Jugendlichen aktiv und konstruktiv einbezogen sind).

2. Wir erziehen zu einem Eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen nicht nur im Fachunterricht, sondern auch durch spezielle produktorientierte Vorhaben und Projekte (Kompetenztag), ein gestuftes Methodentraining, ein Präsentationstraining auch in Kopplung zu Prüfungen, eine begleitete Lebens- und Berufspraxis durch Praxistage sowie mehrtägige und epochal angelegte Erkundungen.

3. Wir beziehen die Schüler vielschichtig in die gemeinsame Gestaltung des Schullebens ein (Schulprojekte, demokratisches Zusammenleben, Austausch der Kulturen, Mediation, Erziehung zu Höflichkeit und Respekt, Ökologische Projekte, Verantwortung im Schulalltag).

4. Wir haben uns auf überschaubare, konkrete Reformbausteine verständigt, die Lehrer, Eltern und Schüler kooperativ entwickeln und zur Entfaltung bringen.


Jürgen Fischer, Schulleiter